PKV Patienten wollen zurück in die gesetzliche Krankenversicherung

Viele private Krankenversicherer erhöhten zum 01. Januar 2012 ihre Beiträge. Teilweise betrugen diese Preiserhöhungen bis zu 50 Prozent.

Die Zahl der Privatpatienten, die deshalb in die gesetzliche Krankenversicherung gehen wollen, stieg dadurch deutlich an. Viele gesetzliche Kassen berichten davon, dass sich die Anfragen von privat Versicherten stark erhöht hat. Bereits im vergangenen Jahr wechselten bereits 27.600 Privatversicherte zur Barmer GEK. Dies bedeutet gegenüber 2009 eine Steigerung von neun Prozent.

Die gleiche Tendenz bestätigte auch die Techniker Krankenkasse. Im Jahr 2010 suchten bei der TKK etwa 68.000 zuvor Privatversicherte Zuflucht. Gegenüber dem Vorjahr waren dies knapp zwölf Prozent mehr.

Der Ausstieg durch Schlupflöcher

Eigentlich hat der Gesetzgeber einen Austritt aus einer privaten Krankenkasse nur in gewissen Ausnahmefällen vorgesehen. Hierzu gehören beispielsweise Arbeitslose, wer seine Arbeit verliert, darf die private Krankenkasse verlassen, ebenso Angestellte, die mit ihrem Gehalt unter die 45.900 Euro Versicherungspflichtgrenze fallen.

Aber auch Selbstständige, die in eine feste Anstellung mit ähnlichem Gehaltsniveau wechseln, dürfen die private Krankenversicherung verlassen. Ein Krankenkassenmanager äußerte sich gegenüber dem „Spiegel“ allerdings, dass man zusammen mit dem Versicherten Schlumpflöcher zu finden versucht, wenn dieser ein ernstes Interesse daran hat die private Versicherung zu verlassen. Voraussetzung ist allerdings die Zustimmung des Arbeitgebers.